Warum und gegen was sollten sich Pflegekräfte besser impfen lassen?
War­um und gegen was soll­ten sich Pfle­ge­kräf­te bes­ser imp­fen las­sen?© Nata­lie Shme­le­va | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Seit Juli 2019 ist es offi­zi­ell: Im März 2020 tritt das Gesetz zur Impf­pflicht gegen Masern in Kraft. Das Gesetz sieht vor, dass ab Juli 2021 Kin­der und Mit­ar­bei­ter in Kitas und Schu­len, sowie Beschäf­tig­te im medi­zi­ni­schen Bereich und gemein­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen gegen Masern geimpft wer­den müs­sen. Das The­ma „“ wird in der Gesell­schaft sehr gespal­ten betrach­tet. In der - und Gesund­heits­bran­che wird aller­dings emp­foh­len, sich imp­fen zu las­sen.

Das sind die Argumente der Impfgegner – Was ist dran?

Dass Imp­fun­gen zu hohe Risi­ken ber­gen, ist heut­zu­ta­ge in vie­ler Mun­de. Die Kri­tik bezieht sich häu­fig auf die poten­zi­el­len Nach­wir­kun­gen, die eine nach sich zie­hen kann. Impf­geg­ner war­nen häu­fig vor auf­tre­ten­den Impf­re­ak­tio­nen und Krank­hei­ten. Dabei sind Reak­tio­nen auf eine in Form von leich­tem Fie­ber oder Haut­rö­tun­gen nur von kur­zer Dau­er und bil­den sich danach zurück. Sie sind des­halb harm­los. Impf­re­ak­tio­nen sind jedoch der Beweis dafür, dass das Immun­sys­tem zum Arbei­ten ange­regt wur­de. Das Argu­ment, die Grip­pe­imp­fung rufe die Krank­heit her­vor, gegen die eigent­lich vor­ge­beugt wer­den soll, ist eben­falls unbe­grün­det. Eine Grip­pe­imp­fung schützt natür­lich nicht zu 100%, sie ist jedoch nicht der Aus­lö­ser, soll­te sich der Pati­ent nach der mit einer Grip­pe infi­zie­ren. Im sel­tens­ten Fall tritt bei der Schluck­imp­fung gegen Kin­der­läh­mung die­se nach der auf. Nach Anga­ben der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO beträgt die Wahr­schein­lich­keit in die­sem Fall cir­ca 1 zu 3.000.000. Auch der Fall des abso­lu­ten Impf-GAUs, bei dem der Geimpf­te lebens­lan­ge blei­ben­de Schä­den davon­trägt sind äußerst unwahr­schein­lich.

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Heut­zu­ta­ge sind alle Impf­stof­fe aus­rei­chend geprüft und sicher. Nach Anga­ben des Paul-Ehr­lich-Insti­tuts konn­te kei­ne der zahl­rei­chen Stu­di­en zu Impf­stof­fen eine gefähr­li­che Wir­kung wirk­lich fest­stel­len. Es gibt dem­nach kei­ne Bele­ge für die Befürch­tun­gen zahl­rei­cher Men­schen. Scha­dens­fäl­le nach eine Imp­fung blei­ben die abso­lu­te Aus­nah­me.

Impfung empfohlen – auch gegen Grippe!

Nir­gends ist die Infek­ti­ons­ge­fahr einer Grip­pe­er­kran­kung höher als in Kran­ken­häu­sern und Pfle­ge­hei­men. Da in Deutsch­land kei­ne Impf­pflicht gilt, besteht selbst­ver­ständ­lich auch für das Gesund­heits­per­so­nal kein Muss, sich einer Imp­fung zu unter­zie­hen. § 23a des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes (IfSG) besagt jedoch: „Soweit es zur Erfül­lung von Ver­pflich­tun­gen aus § 23 Absatz 3 in Bezug auf Krank­hei­ten, die durch Schutz­imp­fung ver­hü­tet wer­den kön­nen, erfor­der­lich ist, darf der Arbeit­ge­ber per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten eines Beschäf­tig­ten über des­sen Impf- und Sero­sta­tus erhe­ben, ver­ar­bei­ten oder nut­zen, um über die Begrün­dung eines Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses oder über die Art und Wei­se einer Beschäf­ti­gung zu ent­schei­den. Im Übri­gen gel­ten die Bestim­mun­gen des all­ge­mei­nen Daten­schutz­rechts.“

Der Grund dafür liegt beim Prin­zip des Orga­ni­sa­ti­ons­ver­schul­dens im Sin­ne des § 823 BGB. Stellt der Arbeit­ge­ber wis­send einen unge­impf­ten Mit­ar­bei­ter ein, obwohl für den Arbeits­be­reich eine Impf­pflicht vor­ge­ge­ben ist, so kann sich dies als scha­dens­er­satz­be­währ­te Ver­let­zung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht dar­stel­len. Sowohl das Robert-Koch-Insti­tut (RKI), als auch die Stän­di­ge Impf­kom­mi­si­on (STIKO) emp­feh­len Pfle­ge­kräf­ten, sich – auch zum Schut­ze Drit­ter – imp­fen zu las­sen.

Zusammengefasst: Das sind die Pros zur Impfung:

  • Ver­ant­wor­tung gegen­über den meist geschwäch­ten Pati­en­ten, Ver­min­de­rung der Anste­ckungs­ge­fahr für Drit­te
  • Wer sich imp­fen lässt, trägt kei­ne Haf­tung für die Über­tra­gung von Krank­hei­ten
  • Eine Ver­set­zung (oder im schlimms­ten Fall eine Kün­di­gung) kann ver­mie­den wer­den

Wich­tig: Die essen­zi­ells­ten Imp­fun­gen für Pfle­ge­kräf­te hat das Robert-Koch-Insti­tut im Epi­de­mio­lo­gi­schen Bul­le­tin Nr.34 vom 23.08.2018 her­aus­ge­ge­ben. Die­se lau­ten:
Diph­te­rie, FSME, Gelb­fie­ber, Hepa­ti­tis A, Hepa­ti­tis B, Influenza/Grippe, Masern, Mumps, Per­tus­sis, Polio­mye­li­tis, Röteln und Vari­zel­len.