Bei der Beschäftigung von Jugendlichen während ihrer Ausbildung gelten besondere Arbeitszeitregelungen, die der Arbeitgeber einhalten muss.
Bei der Beschäf­ti­gung von Jugend­li­chen wäh­rend ihrer Aus­bil­dung gel­ten beson­de­re Arbeits­zeit­re­ge­lun­gen, die der Arbeit­ge­ber ein­hal­ten muss.© Pik­sel | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Wer zum Zwe­cke der Aus­bil­dung Jugend­li­che in sei­nem Betrieb beschäf­tigt, der muss dabei eini­ges beach­ten. Es gel­ten beson­de­re Rege­lun­gen bezüg­lich der Arbeits­zei­ten, die zum Schut­ze von Kin­dern und Jugend­li­chen im Jugend­ar­beits­schutz­ge­setz (JArb­SchG) ver­wur­zelt sind. Das Gesetz umfasst alle Arbeit­neh­mer, die noch nicht die Voll­jäh­rig­keit erlangt haben. Hier ein kur­zer Über­blick:

Arbeitszeit und Ruhepausen

Die in § 3 des Arbeits­zeit­ge­set­zes fest­ge­leg­te maxi­ma­le täg­li­che Arbeits­zeit von acht Stun­den gilt selbst­ver­ständ­lich auch für Jugend­li­che. Aller­dings dür­fen die­se ledig­lich an fünf Tagen in der Woche beschäf­tigt wer­den. Die wöchent­li­che Arbeits­zeit darf daher höchs­tens 40 Stun­den betra­gen (§ 8 Abs. 1 JArb­SchG). Die bei­den Ruhe­ta­ge sol­len dabei mög­lichst auf­ein­an­der fol­gen. Eine Ände­rung der täg­li­chen Arbeits­dau­er kann dann erfol­gen, wenn an ein­zel­nen Werk­ta­gen die Arbeits­zeit auf weni­ger als acht Stun­den ver­kürzt ist. In einem sol­chen Fall dür­fen Jugend­li­che an den übri­gen Werk­ta­gen eine hal­be Stun­de län­ger arbei­ten (§ 8 Abs. 2a JArb­SchG). Dabei muss die Arbeits­zeit immer im Zeit­fens­ter von 6:00 bis 23:00 Uhr lie­gen (§ 14 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 2 JArb­SchG). Die Dau­er der Ruhe­zeit, also der arbeits­frei­en Zeit zwi­schen zwei Schich­ten, beträgt min­des­tens zwölf Stun­den (§ 13 JArb­SchG).

§ 11 JArb­SchG regelt die Pau­sen­zei­ten wäh­rend der Arbeit von Jugend­li­chen:
Bei einer Arbeits­zeit von weni­ger als vier­ein­halb Stun­den ist kei­ne Ruhe­pau­se erfor­der­lich. Beträgt die Arbeits­zeit bis zu sechs Stun­den, so ist eine halb­stün­di­ge Pau­se ein­zu­le­gen. Arbei­tet der Beschäf­tig­te län­ger als sechs Stun­den, so erhöht sich die Pau­sen­zeit auf eine vol­le Stun­de. Die Pau­se darf frü­hes­tens eine Stun­de nach Dienst­be­ginn, und muss spä­tes­tens eine Stun­de vor Diens­ten­de abge­hal­ten wer­den. Dabei darf der Jugend­li­che nicht län­ger als vier­ein­halb Stun­den Arbeit am Stück ohne Pau­se absol­vie­ren. Wäh­rend der Pau­se darf sich der Jugend­li­che in den Arbeits­räu­men auf­hal­ten. Aller­dings muss der Arbeit­ge­ber dafür sor­gen, dass die Arbeit dort in die­ser Zeit ein­ge­stellt wird und auch sonst die Erho­lung nicht gestört wird.

Beschäftigung am Wochenende und an Feiertagen

Sams­tag und Sonn­tag: Die Beschäf­ti­gung von Jugend­li­chen an Sams­ta­gen und Sonn­ta­gen ist in Kran­ken­häu­sern, Alten‑, Kin­der- und Pfle­ge­hei­men zuläs­sig. Dabei soll­ten nach Mög­lich­keit zwei Sams­ta­ge im Monat beschäf­ti­gungs­frei blei­ben, dies ist aller­dings kei­ne Pflicht. Dage­gen müs­sen den Jugend­li­chen auf jeden Fall zwei freie Sonn­ta­ge, am bes­ten jeder zwei­te Sonn­tag, im Monat gewährt wer­den. Als Aus­gleich für Wochen­end­ar­beit hat der Arbeit­ge­ber die Frei­stel­lung an einem ande­ren berufs­schul­frei­en Tag der­sel­ben Woche vor­zu­neh­men, um die Fünf-Tage-Woche nicht zu über­schrei­ten.

Fei­er­ta­ge: Nach § 18 Abs. 2 JArb­SchG ist die Arbeit von Jugend­li­chen in Kran­ken­häu­sern, Alten‑, Kin­der- und Pfle­ge­hei­men auch an gesetz­li­chen Fei­er­ta­gen grund­sätz­lich erlaubt. An den fol­gen­den Tagen darf der Arbeit­ge­ber den Aus­zu­bil­den­den jedoch kei­ne Arbeit anord­nen:

  • Am 24.12. und am 31.12. nach 14 Uhr
  • Am 25.12., am 01.01., am ers­ten Oster­fei­er­tag und am 1.Mai