Welche Änderungen im Gesundheitswesen und der Pflege bringt 2021 mit sich?
Wel­che Ände­run­gen im Gesund­heits­we­sen und der bringt 2021 mit sich?© Jut­ha­mat Yamu­ang­morn | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Mehr Personal und neue Untergrenzen für Pflegepersonal

Im Rah­men des Geset­zes zur Ver­bes­se­rung der Gesund­heits­ver­sor­gung und Pfle­ge (GPVG) soll in eini­gen Berei­chen zusätz­li­ches Per­so­nal ein­ge­setzt wer­den. In der will man bun­des­weit 20.000 neue Stel­len für Pfle­ge­hilfs­kräf­te in der voll­sta­tio­nä­ren schaf­fen. Die Pfle­ge­ver­si­che­rung wird hier­für die Kos­ten über­neh­men, um Pfle­ge­be­dürf­ti­ge nicht mit erhöh­ten Eigen­an­tei­len zu kon­fron­tie­ren. Die­se Stel­len sind Bestand­teil eines neu­en ver­bind­li­chen Per­so­nal­be­mes­sungs­ver­fah­rens, das in voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen ein­ge­führt wird.

Um die Per­so­nal­si­tua­ti­on in Kran­ken­häu­sern zu erleich­tern, gel­ten ab dem 1. Febru­ar 2021 neue Unter­gren­zen für Pfle­ge­per­so­nal. Die Pfle­ge­per­so­nal­un­ter­gren­zen bestim­men die maxi­ma­le Anzahl von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten pro Pfle­ge­kraft und wer­den in den Berei­chen Inne­re Medi­zin, All­ge­mei­ne Chir­ur­gie, Päd­ia­trie und päd­ia­tri­sche Inten­siv­me­di­zin ein­ge­führt. Die Details der ein­zel­nen Unter­gren­zen sind hier zu finden.

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Außer­dem wer­den gesetz­li­che Kran­ken­kas­sen die­ses Jahr über 77 Mil­lio­nen Euro für betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung in Pfle­ge­hei­men, ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten und Kran­ken­häu­sern bereit­stel­len. Auf­grund der Pan­de­mie wer­den Kran­ken­kas­sen nun auch digi­ta­le Bera­tun­gen anbieten.

Personaländerungen in anderen Bereichen

Auch in ande­ren Berei­chen wird Per­so­nal auf­ge­stockt. Im Öffent­li­chen Gesund­heits­dienst soll es als Teil des „Pak­tes für den ÖGD“ bis zum 31. Dezem­ber 2021 in den Gesund­heits­äm­tern 1.500 neue Voll­zeit­stel­len geben. Um die­se Stel­len zu finan­zie­ren, stellt der Bund 200 Mil­lio­nen Euro zur Verfügung.

Zusätz­lich kön­nen Kran­ken­häu­ser durch ein neu­es Heb­am­men­stel­len-För­der­pro­gramm mehr Stel­len in der Schwan­ger­schafts­ver­sor­gung anbie­ten. Das Pro­gramm läuft 2021 bis 2023 mit 100 Mil­lio­nen Euro pro Jahr und wird unge­fähr 600 Heb­am­men­stel­len und bis zu 1.750 Stel­len zur Unter­stüt­zung der Heb­am­men in Geburts­hil­fe­ab­tei­lun­gen finan­zie­ren können.

Einführung der elektronischen Patientenakte

Eine sehr wich­ti­ge Ände­rung kommt in Form der elek­tro­ni­schen Pati­en­ten­ak­te (ePA), die die­ses Jahr als Teil der Digi­ta­li­sie­rung des Gesund­heits­we­sens ein­ge­führt wird. Hier kön­nen Unter­la­gen wie z. B. Arzt­brie­fe, Dia­gno­sen und Behand­lungs­be­rich­te gespei­chert wer­den. Gesetz­li­che Kran­ken­kas­sen müs­sen nun ihren Ver­si­cher­ten eine sol­che ePA anbie­ten. Nach der Test- und Ein­füh­rungs­pha­se (am 1. Janu­ar 2021 begon­nen), kön­nen Ver­si­cher­te dann ver­lan­gen, dass Behand­lungs­da­ten von Ärz­tin­nen und Ärz­ten in die ePA ein­ge­tra­gen wer­den. Die Akte kann gleich­zei­tig von Ver­si­cher­ten und von Leis­tungs­er­brin­gern bear­bei­tet wer­den: Ver­si­cher­te kön­nen auf Wunsch per­sön­li­che Gesund­heits­da­ten spei­chern und Fach­per­so­nal wer­den auch nach Ver­ein­ba­rung Daten hoch­la­den kön­nen. Kran­ken­kas­sen haben jedoch kei­nen Zugang zur ePA. Die Nut­zung ist frei­wil­lig und Ver­si­cher­te eint­schei­den sel­ber, ob bestimm­te Daten gespei­chert blei­ben oder gelöscht wer­den. Zusätz­lich bestim­men sie im Ein­zel­fall, wer zu ihren Daten Zugang hat.

Zusätzliche Änderungen

Für bestimm­te Hilfs­mit­tel, die für Pfle­ge­be­gut­ach­tun­gen emp­foh­len wer­den, wird nun kei­ne ärzt­li­che Ver­ord­nung benö­tigt. Die­se Rege­lung war bis­her nur befris­tet, wird aber jetzt dau­er­haft eingeführt.