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Fakt #1

Ignaz Philipp Semmel­weis war der Entde­cker der Ursache für das Kinder­bett­fie­ber, an dem seiner­zeit zahlrei­che Frauen nach der Entbin­dung verstor­ben sind. Der Chirurg und Geburts­hel­fer erkannte, dass eine mangelnde Hygiene für die unzäh­li­gen Todes­fälle verant­wort­lich war und entwi­ckelte daraus Hygiene-Vorschrif­ten in Kranken­häu­sern. Heute vor 153 Jahren ist Semmel­weis in Öster­reich, bei Wien, verstorben.

Fakt #2

Semmel­weis wurde am 1.7.1818 – also vor genau 200 Jahren – als Sohn des Großhänd­lers Josef Semmel­weis und der wohlha­ben­den Theresa Müller im ungari­schen Buda geboren. Anfäng­lich studierte Ignaz Semmel­weis von 1835 bis 1837 Jura und Philo­so­phie, wechselte aller­dings ein Jahr später zum Medizin­stu­dium, das er 1844 in Wien mit dem Magis­ter der Geburts­hilfe abschloss.

Ignaz Philipp Semmelweis (1818-1865).
Ignaz Philipp Semmel­weis (1818–1865), auch als „Retter der Mütter“ betitelt. Er entdeckte die hygie­ni­schen Ursachen für das Sterben zahlrei­cher Mütter nach der Entbin­dung.Bild: Eugen Doby (1834–1907])

Fakt #3

Als Assis­tenz­arzt war er an der ersten Wiener Klinik für Geburts­hilfe tätig, die aus zwei Abtei­lun­gen bestand. In der einen Abtei­lung lernten Medizin­stu­den­ten, für die andere Abtei­lung waren die Hebam­men zustän­dig. Semmel­weis fiel auf, dass in der erst genann­ten Abtei­lung deutlich mehr Mütter verstar­ben als in der Abtei­lung der Hebam­men. Als ein Kollege verstirbt, nachdem ihn ein Student beim Sezie­ren verletzt hat, kommt Semmel­weis dann der entschei­dende Erkennt­nis­mo­ment: Er macht die mangelnde Hände­hy­giene und fehlende Desin­fek­tion für das Verster­ben der Mütter verant­wort­lich – eine These, die Mitte des 19. Jahrhun­derts noch völlig neu war.

Fakt #4

Darauf­hin führte er Hygie­ne­vor­schrif­ten ein, wonach vor jeder Patien­ten­un­ter­su­chung eine gründ­li­che Reini­gung der Hände mit Chlor­kalk zu erfol­gen hatte. Tatsäch­lich reduzierte sich seither die Sterbe­rate erheb­lich, ein Erfolg seiner Maßnahme war also offen­sicht­lich. Heute gilt er daher als „Retter der Mütter“.

Dennoch blieb ihm seiner­zeit die entspre­chende Anerken­nung verwehrt – Kolle­gen und andere bekannte Medizi­ner teilten nicht die Einsicht, dass eine fehlende Hygiene verant­wort­lich für das so oft auftre­tende Kinder­bett­fie­ber war. Auch beruf­lich musste Semmel­weis Ableh­nung erfah­ren, er erhielt ausschließ­lich eine Dozen­tur für theore­ti­sche Geburtshilfe.

Fakt #5

Erbost über die fehlende Anerken­nung zog er nach Pest, wo er dann eine Profes­sur für Geburts­hilfe bekam. Nach wie vor überzeugt von seiner Entde­ckung, setzte er sich in offenen Briefen weiter­hin für seine Hygie­ne­vor­schrif­ten ein und veröf­fent­lichte 1861 das Werk „Ätiolo­gie, Begriff und Prophy­laxe des Kindbett­fie­bers“. 1865 lieferte man ihn in eine Landes­ir­ren­an­stalt ein, wo er mit 47 Jahren verstarb. Die Anerken­nung für seine Erkennt­nisse erfolgte erst post mortem – heute ist beispiels­weise die Semmel­weis-Univer­si­tät in Budapest sowie die Semmel­weis-Frauen­kli­nik in Wien nach ihm benannt. Auch der bekannte schot­ti­sche Chirurg Joseph Lister griff auf die Entde­ckun­gen von Semmel­weis zurück, als er Hygie­ne­maß­nah­men in die Chirur­gie einführte. Oft wird daher fälsch­li­cher­weise Lister als Begrün­der der Antisep­sis angeführt.

Quelle: Wikipe­dia