Die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) übt Kri­tik gegen­über der geplan­ten Pfle­ge­re­form sei­tens der Bun­des­re­gie­rung. Es sei­en „drin­gen­de gesetz­li­che Kor­rek­tu­ren“ nötig, um die finan­zi­el­le und per­so­nel­le Situa­ti­on in den Kli­ni­ken zu stär­ken.

Ein grund­le­gen­des Pro­blem sieht die dar­in, dass der Per­so­nal­kos­ten­be­reich der Kran­ken­häu­ser unter­fi­nan­ziert bleibt. Wie die dar­legt, blei­ben die Kran­ken­häu­ser auf Kos­ten von mehr als eine Mil­li­ar­de Euro nur für das ver­gan­ge­ne Jahr hän­gen. So wur­den 2017 etwa 10.000 Fach­kräf­te ein­ge­stellt, was ein Kos­ten­zu­schlag für Per­so­nal von 0,6 Mil­li­ar­den Euro bedeu­tet. Dar­über hin­aus müs­sen die Tarif­stei­ge­run­gen in Höhe von 2,26 Mil­li­ar­den hin­zu­ge­rech­net wer­den. Aus der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) kom­men ledig­lich 1,19 Mil­li­ar­den Euro als Aus­gleich – es bleibt also eine gro­ße Finan­zie­rungs­lü­cke für die Kran­ken­häu­ser in Bezug auf die Per­so­nal­kos­ten, erklärt -Prä­si­dent Dr. Gerald Gaß.

„Eine gute Reform wird schlecht gemacht.“ – -Haupt­ge­schäfts­füh­rer Georg Baum.

Die Reform schafft der Finan­zie­rungs­lü­cke kei­ne Abhil­fe, da den Kran­ken­häu­sern in 2020 eine hal­be Mil­li­ar­de Euro weg­ge­kürzt wird. Daher müs­sen die Kran­ken­häu­ser die Kos­ten für die Ver­bes­se­run­gen in der Pfle­ge selbst tra­gen – damit wer­de die Reform zur „Mogel­pa­ckung“, moniert der Haupt­ge­schäfts­füh­rer Georg Baum.

Kri­tisch sieht Baum zudem, dass die geplan­te Refi­nan­zie­rung der Tarif­stei­ge­run­gen nicht auch für Heb­am­men oder Phy­sio­the­ra­peu­ten gel­ten soll – aller Berufs­grup­pen müss­ten davon erfasst wer­den.

Mindestpersonalvorgaben: „Pi mal Daumen“ festgelegt

Grund­sätz­lich ver­wei­gern sich die Kran­ken­häu­ser Min­dest­per­so­nal­vor­ga­ben nicht, betont die DKG. Gleich­wohl sei­en die geplan­ten Vor­ga­ben etwa in der Inten­siv­me­di­zin mit einem Per­so­nal­schlüs­sel von 2:1 weder ziel­füh­rend noch umsetz­bar. Es sei­en „Pi mal Dau­men Fest­le­gun­gen“, die auf kei­ner empi­ri­schen Grund­la­ge basie­ren. Kran­ken­haus­schlie­ßun­gen bei Nicht­er­fül­lung der Vor­ga­ben sei­en inak­zep­ta­bel und dürf­ten nicht dem Zufall über­las­sen wer­den.

Hin­ge­gen posi­tiv bewer­tet die DKG die geplan­te Reform im Bereich der Organ­spen­de. Sowohl die Stei­ge­rung der Kos­ten­er­stat­tung auf ein sach­ge­rech­tes Niveau, als auch die deut­lich bes­se­re Finan­zie­rung der Trans­plan­ta­ti­ons­be­auf­trag­ten sei­en wich­ti­ge Wei­chen­stel­lun­gen.