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„Die Generalistik muss kommen – sie ist eine große Chance für die Pflege in Deutschland, die nicht vertan werden darf!“, heißt es in dem Aufruf. Mit dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf des Pflegeberufsgesetzes werde der Pflegeberuf professionalisiert und für zukünftige Auszubildende attraktiver gemacht. Zudem ergäben sich für die Pflegekräfte bessere berufliche Aufstiegschancen.

Auch die Altenpflege ist für die Generalistik

Laumann reagiert damit auf ein jüngst veröffentlichtes Moratorium der grünen Bundestagsabgeordneten und Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik, Elisabeth Scharfenberg, und der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen). Sie fordern erstens eine fundierte und umfassende Risikofolgenabschätzung für die geplante Reform. Zweitens hätten die Kritikerinnen gerne eine Aufschlüsselung der Finanzen. Drittens fordern sie mehr Zeit, damit der Verordnungsentwurf von Parlament, Ländern und Verbänden gründlich gelesen werden kann.

Der jetzt erschienene Generalistik-Aufruf von Karl-Josef Laumann ist komplett im Internet unter www.generalistikjetzt.de nachzulesen. Dort findet sich auch eine Liste mit Personen, Verbänden und Institutionen, die „Generalistik jetzt!“ unterstützen, darunter u.a. der Deutsche Pflegerat, die Diakonie und die Caritas. Mit dabei sind aber auch die Johanniter Seniorenhäuser, der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP), der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V. (VKAD) und die Altenpflegeschule im Hufeland-Haus der Inneren Mission Frankfurt.„Ich freue mich, dass es für den Aufruf eine so breite Rückendeckung gibt. Insbesondere die Pflegekräfte selbst fordern die Generalistik schon seit langem. Wir sollten auf die Praxis hören. Mit dem Pflegeberufsgesetz haben wir jetzt eine Möglichkeit, die nicht so schnell wiederkommen wird“, sagte Laumann.

„Generalistik befördert Gleichwertigkeit der pflegerischen Arbeitsfelder“

Bei der Vorstellung des Aufrufs anwesend war auch Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats. Er erklärte: „Die Reform der Pflegeausbildung ist eine gute Nachricht für alle professionell Pflegenden. Ihre Arbeit wird dadurch aufgewertet. Die neue Ausbildung wird zu besseren Karrierechancen und zu einer besseren Bezahlung, insbesondere in der Altenpflege führen.“ An die Kritiker der generalistischen Pflegeausbildung gerichtet sagte Westerfellhaus zudem: „Wer jetzt die Reform der Pflegeausbildung auf Eis legt, der handelt im hohen Maße fahrlässig. Damit würde das Aus für eine moderne Form der Pflegeausbildung riskiert, die wir angesichts der demografischen Entwicklungen und der damit einhergehenden Herausforderungen an den Pflegeberuf mehr denn je benötigen.“

An der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Wannsee-Schule für Gesundheitsberufe in Berlin wird bereits seit geraumer Zeit erfolgreich generalistisch ausgebildet. Leiterin Christine Vogler berichtete bei der Vorstellung des Aufrufs über ihre positiven Erfahrungen damit. Für sie ist klar: „Die generalistische Ausbildung führt zu hohen beruflichen Handlungskompetenzen, guten Basiskompetenzen, einer hohen Analyse- und Reflexionsfähigkeit sowie Flexibilität und hoher Motivation zu lebenslangem Lernen. Wir schaffen mit der Generalistik ein Ausbildungskonzept, welches die Gleichwertigkeit der pflegerischen Arbeitsfelder befördert. Gleichzeitig sichern wir eine professionelle zeitgemäße pflegerische Versorgung der Pflegebedürftigen.“