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Ein Besuchshund bei der 'Arbeit'.
Ein Besuchs­hund kann viel zum Patien­ten- und Bewoh­ner­wohl beitra­gen.Bild: Jevtic/Dreamstime.com

Zunächst einmal muss zwischen Assis­tenz­hun­den und Besuchs­hun­den unter­schie­den werden. Assis­tenz­hunde sollen Menschen, die über körper­li­che, geistige oder seeli­sche Beein­träch­ti­gun­gen verfü­gen, dauer­haft in ihrem Alltag unter­stüt­zen. Das bekann­teste Beispiel hierfür ist der Blinden­füh­rer­hund, der seinem sehbe­ein­träch­tig­ten Halter zu mehr Sicher­heit verhel­fen soll. Sogenannte Signal­hunde, die Gehöhr­lose auf Geräusch­quel­len aufmerk­sam machen, oder der Diabe­tes-Warnhund, der eine drohende Unter- oder Überzu­cke­rung beim Hunde­hal­ter erken­nen kann, sind weitere Beispiele. Allen gemein ist, dass sie über eine umfang­rei­che und lange Ausbil­dung verfü­gen, die schon im Welpen­al­ter beginnt.

Bei einem Besuch­hund ist das nicht nötig. Dieser kommt zum Beispiel in die Senio­ren- oder Pflege­ein­rich­tung, um – wie der Name schon andeu­tet – die dort leben­den Bewoh­ner zu besuchen. Nicht selten handelt es sich dabei um das private Haustier eines Mitar­bei­ters oder der Einrich­tungs­lei­tung. Wichtigste Vorraus­set­zun­gen für ein Besuchs­hund: Er sollte überdurch­schnitt­lich belast­bar, gut zu führen und gesund sein. Ein freund­li­cher und menschen­be­zo­ge­ner Hund mit einem gewis­sen Spiel­trieb gilt als optimal. Auch wenn sich im Grunde fast jede Hunde­rasse zum Besuchs­hund eignet: Die belieb­tes­ten Hunde sind hier die Golden Retrie­ver und die Schäferhunde.

Hunde können Freude verbreiten

Die Techni­sche Univer­si­tät Dresden hat in einer Studie die Wirkung von Besuchs­hun­den nachge­wie­sen. Demnach steigern Hunde die geistige und motori­sche Aktivi­tät der Pflege­be­dürf­ti­gen. Gerade im Bezug zu Menschen mit Demenz erwei­sen sich Hunde als sehr gute Unter­stüt­zung für die Pflege­kräfte. Häufig stellt der Hund dabei eine Art „Türöff­ner“ für die Kommu­ni­ka­tion zwischen Patient und Pflege­kraft dar. Die Inter­ak­tion von Mensch und Hund erweist sich als einfa­cher, als zwischen einem demen­zi­ell erkrank­ten Patien­ten und dessen Betreuer. Durch Zuwen­dung zum Hund entsteht eine emotio­nale Bindung, das Strei­cheln löst zudem Glücks­ge­fühle aus. Dadurch können Hunde auch bei depres­si­ven Menschen eine positive Wirkung hervor­ru­fen. Obwohl die Resul­tate bei demen­ten Bewoh­nern oft nur für den Moment bestehen, so ist dennoch erwie­sen, dass diese Momente den Patien­ten kurzzei­tig glück­li­cher machen.

Neben der Verbes­se­rung des psycho­so­zia­len Patien­ten­wohls helfen Hunde auch beim Gedächt­nis­trai­ning der Betrof­fe­nen: In der Praxis hat es sich gezeigt, dass die Hunde schnell zum Gesprächs­stoff unter den Patien­ten und Bewoh­nern werden. Und der ein oder andere mag sich womög­lich auch an seine ehema­li­gen Haustiere erinnern: Man tauscht sich aus, teilt Erinne­rung miteinander.

Darüber hinaus haben die Bewoh­ner auch die Möglich­keit den Hund bei seinem tägli­chen Auslauf zu beglei­ten. Dadurch bleiben die Menschen in Bewegung und das Risiko für Herz- oder Kreis­lauf­erkran­kun­gen kann hiermit gesenkt werden.

Besuchs­hund auf Probe

Es empfiehlt sich, einen Besuchs­hund zunächst auf Probe mit ins Heim zu bringen. Erweist sich das Tier als gelun­gene Ergän­zung zur alltäg­li­chen Pflege, können die Besuche auch regel­mä­ßi­ger erfol­gen. Es gibt zudem Senio­ren­heime, die die Mitnahme der eigenen Haustiere in die Einrich­tung gestatten.

Quelle: tu-dresden.de, 24h-pflege-check.de, ppm-online.org, deutschlandfunk.de