Auf Basis von über 26.000 Qua­li­täts­prü­fun­gen durch den MDK in Pfle­ge­hei­men und ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­ten im Jahr 2016, wur­de der aktu­el­le und fünf­te MDS-Pfle­ge-Qua­li­täts­be­richt erstellt, der als reprä­sen­ta­tiv für die Pfle­ge in Deutsch­land gilt. Unter­sucht wur­de bei den Prü­fun­gen die Ver­sor­gungs­qua­li­tät von 175.000 pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen.

Mängel in Schmerzerfassung und

Defi­zi­te zeig­ten sich ins­be­son­de­re bei der Schmerz­er­fas­sung sowie bei der . Um die Medi­ka­men­ten­ga­be anzu­pas­sen, müs­se die Schmerz­er­fas­sung sys­te­ma­tisch erfol­gen, erklärt Peter Pick, Geschäfts­füh­rer des MDS. Erfor­der­lich war sie bei 37,1 Pro­zent der Bewoh­ner, sie ist aller­dings bei 17,9 Pro­zent der Betrof­fe­nen nicht erfolgt. Die erfol­ge bei jedem vier­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­gen nicht nach dem aktu­el­len Stand, so Pick wei­ter. Gera­de die Druck­ent­las­tung und hygie­ni­schen Anfor­de­run­gen wur­den nicht kor­rekt umge­setzt.

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Einsatz von freiheitsentziehenden Maßnahmen geht zurück

Doch auch Ver­bes­se­run­gen konn­ten durch die Prü­fun­gen ver­zeich­net wer­den. So ist der Ein­satz von frei­heits­ent­zie­hen­den Maß­nah­men auf 8,9 Pro­zent gegen­über dem letz­ten Prü­fungs­stand (12,5 Pro­zent) zurück­ge­gan­gen. Immer öfter wird auf Alter­na­ti­ven zurück­ge­grif­fen, wie Sen­sor­mat­ten als Schutz vor Stür­zen oder Matrat­zen, die auf dem Boden plat­ziert wer­den. Dies sei ein gro­ßer Fort­schritt, der noch wei­ter fort­ge­führt wer­den müs­se, so die Aus­sa­gen in der Mit­tei­lung des MDS. Gute Ein­rich­tun­gen kämen heu­te weit­ge­hend ohne frei­heits­ein­schrän­ken­de Maß­nah­men aus. Auch die Deku­bi­tus­pro­phy­la­xe hat sich ver­bes­sert. Wäh­rend 2013 noch in nur etwa 75 Pro­zent der Fäl­le eine Pro­phy­la­xe durch bei­spiels­wei­se Lage­rungs­wech­sel oder den Ein­satz von Hilfs­mit­teln  erfolg­te, so wur­de sie im aktu­el­len Bericht in 80,7 Pro­zent der Fäl­le umge­setzt. Wei­te­re Fort­schrit­te zeig­ten sich in der Bera­tung bei Demenz sowie bei ein­ge­schränk­ter Kon­ti­nenz.

Erst­mals sind zudem Ergeb­nis­se aus den Abrech­nungs­prü­fun­gen in der ambu­lan­ten Pfle­ge ver­öf­fent­licht wor­den. Seit Okto­ber 2016 sind sie Pflicht bei den Qua­li­täts­prü­fun­gen. Dazu wur­den bei 6.079 Pfle­ge­be­dürf­ti­gen die in Rechung gestell­ten Leis­tun­gen über­prüft. „Bei gut einem Drit­tel (35,2 Pro­zent) der Pfle­ge­diens­te stell­ten die Prü­fer min­des­tens eine Auf­fäl­lig­keit in den Abrech­nun­gen fest, bei fast sie­ben Pro­zent der Pfle­ge­diens­te haben die Prü­fer gehäuft (6 und mehr) Auf­fäl­lig­kei­ten in der Abrech­nung erkannt“, erläu­tert Jür­gen Brüg­ge­mann, Team­lei­ter Pfle­ge beim MDS.

Die Ergeb­nis­se des Berichts wur­den ges­tern von vom GKV-Spit­zen­ver­band und vom Medi­zi­ni­schen Dienst des GKV-Spit­zen­ver­ban­des (MDS) in Ber­lin vor­ge­stellt.