In der Pflege ist Bewegung - Die Beteiligten der Konzertierten Aktion Pflege haben ein Zwischenfazit gezogen. Zur Verbesserung des Pflegeberufs liege noch viel Arbeit vor ihnen.
In der ist Bewe­gung – Die Betei­lig­ten der Kon­zer­tier­ten Akti­on haben ein Zwi­schen­fa­zit gezo­gen. Zur Ver­bes­se­rung des Pfle­ge­be­rufs lie­ge noch viel Arbeit vor ihnen. © Vik­tor Levi | Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Der Anfang ist gemacht – aber es bleibt noch viel zu tun, um die Attrak­ti­vi­tät des Pfle­ge­be­rufs zu ver­bes­sern. Das ist das über­ein­stim­men­de Fazit von dem Deut­schen Pfle­gerat (DPR) und dem Deut­schen Berufs­ver­band für Pfle­ge­be­ru­fe (DBfK) anläss­lich der Zwi­schen­bi­lanz zur Kon­zer­tier­ten Akti­on . Knapp zwei­ein­halb Jah­re nach dem Start der Initia­ti­ve für eine stär­ke­re haben die drei feder­füh­ren­den Minis­ter Jens Spahn (Gesund­heit), Fran­zis­ka Gif­fey (Fami­lie) und Huber­tus Heil (Arbeit) ein ers­tes Fazit vorgestellt.

„Vertrauen ist in den vergangenen Jahren verloren gegangen“

Ziel der im Juli 2018 ins Leben geru­fe­nen Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge ist es, die Bedin­gun­gen in der Pfle­ge zu ver­bes­sern – durch mehr Per­so­nal, eine bes­se­re Bezah­lung, ange­neh­me­re Arbeits­be­din­gun­gen, mehr Mög­lich­kei­ten zu Fort- und Wei­ter­bil­dung sowie selbst­stän­di­ge­res und erfüll­te­res Arbei­ten. Neben den Minis­te­ri­en ein­ge­bun­den sind auch Pfle­ge- und Pati­en­ten­ver­bän­de, Kas­sen, Berufs­ge­nos­sen­schaft, Trä­ger­ver­ei­ne und Gewerkschaften.

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„Grund­sätz­lich ist die Arbeit der KAP zu begrü­ßen, da die wich­tigs­ten Akteu­re sich zusam­men­ge­setzt und Lösun­gen zur Behe­bung der Pro­ble­me in den Pfle­ge­be­ru­fen dis­ku­tiert haben“, so DBfK-Prä­si­den­tin Chris­tel Bien­stein. Ver­bes­se­rungs­be­darf gebe es aber bei den poli­ti­schen Vor­ha­ben zur Per­so­nal­be­mes­sung in Lang­zeit­pfle­ge und Kli­ni­ken, der Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen den Gesund­heits­be­ru­fen sowie beim The­ma Aus- und Wei­ter­bil­dung. Vie­le der Maß­nah­men sei­en lan­ge bekannt und erprobt, aber nie kon­se­quent genug umge­setzt wor­den, mein­te Bien­stein weiter.

Ähn­lich auch Chris­ti­ne Vog­ler, Vize-Prä­si­den­tin des DPR: Dass drei Minis­te­ri­en das The­ma gemein­sam angin­gen, sei rich­tig und wich­tig. Aller­dings war­te noch viel Arbeit; neben den bereits vom DBfK genann­ten Punk­ten sieht Vog­ler auch die ver­bind­li­che tarif­li­che Bezah­lung noch nicht ver­wirk­licht. „Hier blei­ben die aktu­el­len Ergeb­nis­se der Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge teil­wei­se noch hin­ter den Erwar­tun­gen zurück.“ Ent­schei­dend sei, das Ver­trau­en der Pfle­gen­den zurück­zu­ge­win­nen, dass sich tat­säch­lich etwas an ihren Arbeits­be­din­gun­gen ände­re. „Die­ses Ver­trau­en ist in den letz­ten Jah­ren ver­lo­ren gegan­gen und muss müh­sam wie­der auf­ge­baut werden.“

Höhere Mindestlöhne, stärkere Rekrutierung im Ausland

In ihrer Erklä­rung ver­wei­sen die drei Minis­te­ri­en auf die bis­he­ri­gen Fort­schrit­te. So sol­le das Per­so­nal­be­mes­sungs­ver­fah­ren für voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge­ein­rich­tun­gen in Kür­ze gesetz­lich ver­an­kert wer­den. Um inter­na­tio­na­le Pfle­ge­kräf­te zu gewin­nen, wur­de 2019 die Deut­sche Fach­kräf­te­agen­tur für Gesund­heits- und Pfle­ge­be­ru­fe (DeFa) gegrün­det, die im Aus­land Pfle­ger rekru­tiert. Die Zen­tra­le Ser­vice­stel­le Berufs­an­er­ken­nung (ZBSA) unter­stützt aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te dabei, ihre Abschlüs­se in Deutsch­land aner­ken­nen zu lassen.

Für eine bes­se­re Bezah­lung stei­ge der Min­dest­lohn für Pfle­ge­hilfs­kräf­te zum 1. April 2022 in vier Schrit­ten spür­bar auf 12,55 Euro in Ost- und West­deutsch­land. Ab 1. Juli 2021 gebe es zudem erst­mals einen Min­dest­lohn von 15 Euro für Pfle­ge­fach­kräf­te. Auch hier­von pro­fi­tier­ten Beschäf­tig­te in den neu­en Bun­des­län­dern beson­ders. 2019 habe man bereits einen signi­fi­kan­ten Anstieg bei den Aus­bil­dungs­ver­trä­gen in der Alten­pfle­ge ver­zeich­net; die Infor­ma­ti­ons- und Öffent­lich­keits­kam­pa­gnen-Web­site „Mach Kar­rie­re als Mensch“ ver­zeich­ne hohe Zugriffs­zah­len. Auch Initia­ti­ven zum digi­ta­le­ren, erleich­ter­ten Arbei­ten sowie ver­ant­wor­tungs­vol­le­rem Arbei­ten durch mehr Befug­nis­se sei­en auf den Weg gebracht. Im kom­men­den Jahr soll es einen wei­te­ren Zwi­schen­be­richt zur Kon­zer­tier­ten Akti­on Pfle­ge geben.