Anzei­ge
PWG-Seminare
Das RKI gibt Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen in Gesundheitseinrichtungen, wenn Personalmangel vorliegt.
Das RKI gibt Emp­feh­lun­gen zum Umgang mit Kon­takt­per­so­nen in Gesund­heits­ein­rich­tun­gen, wenn Per­so­nal­man­gel vor­liegt.Pho­to 129523591 © Raw­pi­xeli­mages – Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Unter den Umstän­den der aktu­el­len Coro­na-Pan­de­mie kon­kur­rie­ren in Gesund­heits­ein­rich­tun­gen momen­tan zwei essen­zi­el­le Zie­le mit­ein­an­der. Zum einen gilt es, wei­ter­hin die akut­me­di­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten und auf­recht­zu­er­hal­ten. Zum ande­ren will man gleich­zei­tig durch die Abson­de­rung bzw. Qua­ran­tä­ne von pfle­ge­ri­schen oder medi­zi­ni­schen Kon­takt­per­so­nen das Über­tra­gungs­ri­si­ko mindern.

Kann auf­grund von Per­so­nal­eng­päs­sen eine adäqua­te Ver­sor­gung der Pati­en­ten nicht mehr erbracht wer­den, so ist es mög­lich, die bestehen­den Emp­feh­lun­gen zum Umgang mit Kon­takt­per­so­nen anzu­pas­sen. Hier­für stellt das Robert Koch-Insti­tut (RKI) eini­ge Hand­lungs­op­tio­nen zum Umgang mit Kon­takt­per­so­nen vor, weist aber aus­drück­lich dar­auf hin, dass die­se nur in Situa­tio­nen eines rele­van­ten Per­so­nal­man­gels voll­zo­gen wer­den sol­len, wenn kei­ne ande­ren Maß­nah­men zur Sicher­stel­lung einer aus­rei­chen­den Per­so­nal­be­set­zung mehr mög­lich sind.

Umgang mit Kontaktpersonen unter medizinischem Personal

Um Per­so­nal­res­sour­cen zu scho­nen, könn­ten laut RKI bei­spiels­wei­se elek­ti­ve Behand­lun­gen abge­sagt, zusätz­li­ches Per­so­nal rekru­tiert und Pati­en­ten in ande­re Kli­ni­ken ver­legt wer­den. Liegt jedoch eine Situa­ti­on von rele­van­tem Per­so­nal­man­gel in einem Kran­ken­haus vor, so kann von den Emp­feh­lun­gen abge­wi­chen wer­den. Hier­bei wird zunächst eine Unter­schei­dung von Kon­takt­per­so­nen der Kate­go­rie I vorgenommen.

Kate­go­rie Ia umfasst medi­zi­ni­sches Per­so­nal mit hohem Expo­si­ti­ons­ri­si­ko, bei­spiels­wei­se bei unge­schütz­ter Expo­si­ti­on zu Sekre­ten oder Aero­so­len von COVID-19-Fäl­len.Kate­go­rie Ib bezeich­net medi­zi­ni­sches Per­so­nal, wel­ches nähe­ren Kon­takt zu COVID-19-Pati­en­ten (unter dem gebo­te­nen Sicher­heits­ab­stand von 2m) ohne Expo­si­ti­on hatte.

Liegt kein Per­so­nal­man­gel vor, so soll­te für die Per­son eine Qua­ran­tä­ne über 14 Tage ange­ord­net wer­den. Ansons­ten gel­ten die bestehen­den Maß­nah­men für das Manage­ment von Kon­takt­per­so­nen. Bei einem rele­van­ten Per­so­nal­man­gel soll­ten hin­ge­gen fol­gen­de Punk­te befolgt werden:

Für bei­de Kate­go­rien gilt:

  • Bei Sym­ptom­frei­heit (oder auch bei her­kömm­li­chen Erkäl­tungs­sym­pto­men) wird die Arbeit nur mit einem Mund-Nase-Schutz (MNS) bis 14 Tage nach Expo­si­ti­on gestattet
  • Beim Auf­tre­ten von Sym­pto­men soll­te eine umge­hen­de Tes­tung auf SARS-CoV‑2 erfol­gen. Ist die­se posi­tiv, so ist aus­schließ­lich die Ver­sor­gung von COVID-19-Pati­en­ten in Aus­nah­me­fäl­len mit MHS denk­bar. Vor­aus­set­zung für die Ver­sor­gung von ande­ren Pati­en­ten ist eine Sym­ptom­frei­heit von min­des­tens 48 Stun­den sowie zwei nega­ti­ve Tests im Abstand von 24 Stunden
  • Alle Auf­fäl­lig­kei­ten soll­ten mit­tels Selbst­be­ob­ach­tung doku­men­tiert wer­den (bis 14 Tage nach Exposition)

Kate­go­rie Ia:

  • Häus­li­che Abson­de­rung: Die­se kann nach Abspra­che mit dem zustän­di­gen Gesund­heits­amt auf 7 Tage nach Expo­si­ti­on ver­kürzt werden
  • die Ver­sor­gung nur von COVID-19-Pati­en­ten ist in Aus­nah­me­fäl­len denkbar

Kate­go­rie Ib:

  • Wenn mög­lich kein Ein­satz in der Ver­sor­gung von beson­ders vul­nerablen Patientengruppen

Zudem wird den Kon­takt­per­so­nen der Kate­go­rie III, also denen, die das gerings­te Infek­ti­ons­ri­si­ko mit sich tra­gen, zu einem täg­li­chen Selbst­mo­ni­to­ring gera­ten. Hier­bei ist ein Ein­satz in der Pati­en­ten­ver­sor­gung mög­lich, dabei soll­te mög­lichst ein MNS getra­gen wer­den. Tre­ten Sym­pto­me auf, so muss auch hier ein umge­hen­der Test auf das Coro­na­vi­rus erfolgen.

Das RKI hat die ein­zel­nen Hand­lungs­op­tio­nen ein­mal tabel­la­risch und über­sicht­lich zusam­men­ge­stellt. Des Wei­te­ren gel­ten natür­lich fol­gen­de Grund­sät­ze der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung in der aktu­el­len Situa­ti­on:

  • Bei Kon­takt zu Pati­en­ten mit Erkäl­tungs­sym­pto­men soll­te min­des­tens ein MNS getra­gen wer­den. Auch die Pati­en­ten soll­ten in die­sen Situa­tio­nen einen MNS erhal­ten. Alle Maß­nah­men der Basis­hy­gie­ne sind selbst­ver­ständ­lich zu befolgen
  • Getrenn­te Ver­sor­gung von COVID-19-Pati­en­ten und nicht-infi­zier­ten Per­so­nen mit fes­ter Per­so­nal­zu­tei­lung zu infi­zier­ten Patienten
  • Medi­zi­ni­sches Per­so­nal höhe­ren Alters und mit Grund­er­kran­kun­gen soll­ten in Berei­chen mit gerin­ger Infek­ti­ons­ge­fahr ein­ge­setzt werden
  • Direk­ter Kon­takt aller Art ist in allen Berei­chen auf ein Mini­mum zu reduzieren

Mögliche Empfehlungsanpassung für Kontaktpersonen in (Alten-)Pflegeeinrichtungen

Auch in der Pfle­ge gilt, die ver­än­der­ten Maß­nah­men nur unter aku­tem Per­so­nal­man­gel durch­zu­füh­ren. Auch hier gel­ten wei­ter­hin die bereits bestehen­den Emp­feh­lun­gen. Dar­in wird unter­teilt in Per­so­nal der Kate­go­rie I und II. Kate­go­rie I beschreibt die Per­so­nen, die direk­ten Kon­takt zu Sekre­ten oder Kör­per­flüs­sig­kei­ten bzw. 15-minü­ti­gen Blick­kon­takt mit einem COVID-19-Pati­en­ten hat­ten. In Kate­go­rie II fal­len Per­so­nen, die sich zwar im sel­ben Raum mit einem infi­zier­ten Pati­en­ten auf­hiel­ten, zwi­schen denen aber kein kumu­la­tiv vier­tel­stün­di­ger face-to-face-Kon­takt bestand.

Damit die unten genann­ten Emp­feh­lungs­an­pas­sun­gen voll­zo­gen wer­den kön­nen, muss das Per­so­nal vor­her eine Ein­wei­sung in kor­rek­tes Tra­gen eines MNS, sowie in Hygie­ne- und sons­ti­ge Schutz­maß­nah­men erhal­ten. Zusätz­lich dazu soll eine täg­li­che Eigen­be­ob­ach­tung auf Sym­pto­me durch­ge­führt wer­den. Drit­tens ist eine strik­te räum­li­che und per­so­nel­le Tren­nung in der Ver­sor­gung vor­zu­neh­men, soll­te ein Bewoh­ner am Coro­na­vi­rus erkranken.

Bei aku­tem Per­so­nal­man­gel soll­ten die fol­gen­den Anwei­sun­gen für die sym­ptom­frei­en Betrof­fe­nen der Kate­go­rie I ein­ge­hal­ten werden:

  • In Abspra­che mit dem Gesund­heits­amt: Reduk­ti­on der Qua­ran­tä­ne auf 7 Tage nach Exposition
  • Selbst­be­ob­ach­tung und Doku­men­ta­ti­on (14 Tage ab Exposition)
  • Stren­ge Ein­hal­tung aller Hygie­ne­emp­feh­lun­gen, beson­ders denen der Händehygiene
  • Wenn es die Tätig­keit nicht ver­bie­tet, unbe­dingt Sicher­heits­ab­stand von 1,5m zu ande­ren Per­so­nen einhalten
  • Bei Sym­pto­men umge­hend auf SARS-CoV‑2 tes­ten las­sen. Bei posi­ti­vem Ergeb­nis fällt eine häus­li­che Qua­ran­tä­ne von 14 Tagen an. Die Vor­aus­set­zun­gen zur Wie­der­ar­beit nach einer Erkran­kung glei­chen denen des medi­zi­ni­schen Personals

Hin­sicht­lich des Per­so­nals in Kate­go­rie II wird nicht bezüg­lich der all­ge­mei­nen Per­so­nal­be­set­zung dif­fe­ren­ziert. Unab­hän­gig von der Sym­pto­ma­tik, ist die Arbeit mit MNS und unter Ein­hal­tung der Hygie­ne- und Abstands­emp­feh­lun­gen erlaubt. Fällt jedoch ein Test auf das Virus posi­tiv aus, so gel­ten die bereits genann­ten Regeln zur Qua­ran­tä­ne und anschlie­ßen­der Wiederarbeit.

Zu den Rege­lun­gen im pfle­ge­ri­schen Bereich hat das RKI einen umfas­sen­den Bericht ver­öf­fent­licht. Ergän­zend dazu gel­ten die all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen zur Kon­takt­re­duk­ti­on im pri­va­ten und dienst­li­chen All­tag. Auch hier soll­te bei älte­ren Pfle­ge­kräf­ten dar­auf geach­tet wer­den, dass die­se nicht in Berei­chen mit enge­rem Kon­takt zu ande­ren Per­so­nen ein­ge­setzt werden.

Quel­le: RKI