Stress kann viele verschiedene Formen annehmen.
Stress kann vie­le ver­schie­de­ne For­men anneh­men.Illus­tra­ti­on 131889245 © Yulia Rya­bo­kon – Dreamstime.com [Dream­sti­me RF]

Ursachen für eine Überlastung

Vie­le Pfle­gen­de füh­len sich häu­fig star­ker Belas­tung aus­ge­setzt. Sowohl kör­per­lich als auch see­lisch. Die häu­figs­ten Sym­pto­me: Rücken­schmer­zen, Schlaf­stö­run­gen und Burn-out. Im Bereich der Pfle­ge ist die Quo­te der dar­über kla­gen­den Per­so­nen enorm hoch. Dafür gibt es eini­ge Ursa­chen. Die täg­li­che Bean­spru­chung von Kör­per und Geist nagt an dem Wohl­be­fin­den der Pfle­ge­kräf­te. Die Rücken- oder Nacken­be­schwer­den resul­tie­ren aus dem häu­fi­gen Tra­gen und Heben von Per­so­nen oder Gegen­stän­den. Vie­le pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge­kräf­te arbei­ten häu­fig unter Zeit­druck. Dadurch ergibt sich für vie­le das Gefühl, die Heim­be­woh­ner nicht aus­rei­chend gut ver­sorgt zu haben. Auch das Leid kran­ker oder beein­träch­tig­ter Men­schen kann für vie­le Fach­kräf­te zum Trau­ma wer­den. Schließ­lich müs­sen sie tag­täg­lich mit anse­hen, wie die Heim­be­woh­ner mit ihrer Situa­ti­on zu kämp­fen haben. Doch auch die Pfle­ge außer­halb des Heims schützt nicht vor see­li­schen Pro­ble­men. Im Gegen­teil, die Ansprü­che der Ange­hö­ri­gen belas­ten die pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen nicht sel­ten. Auch die Demenz der älte­ren Genera­ti­on kann an den Ner­ven der Ange­hö­ri­gen zeh­ren. Dazu kom­men die per­sön­li­chen Inter­es­sen und der Beruf der Pfle­gen­den. Bei­des zusam­men mit einer zu pfle­gen­den Per­son in Ein­klang zu brin­gen, ist zum Teil sehr pro­ble­ma­tisch und erzeugt viel Stress.

Tipps für ein gesünderes Engagement in der Pflege

#1 – Gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung von Belas­tung und Ent­las­tung

Klingt sim­pel, ist aber natür­lich nicht immer ein­fach. Im Opti­mal­fall hal­ten sich Belas­tung und Frei­zeit in etwa die Waa­ge. Auf­ga­ben soll­ten, wenn mög­lich, auch mal abge­ge­ben wer­den. Dazu kom­men aus­rei­chend Pau­sen. Zur Redu­zie­rung der Belas­tung zählt auch, sei­ne Gren­zen zu ken­nen und nur so viel zu leis­ten, wie es auch mög­lich ist. Die Auf­ga­ben sind nach­ein­an­der abzu­ar­bei­ten, damit bei der Arbeit und im Kopf kein wil­des Cha­os ent­steht. Gehen Sie in der frei­en Zeit ihren Inter­es­sen nach oder ver­brin­gen Sie Zeit mit ihren Liebs­ten.

#2 – Auf die Gesund­heit ach­ten

Wer gesund ist, kann mehr Belas­tung tra­gen. Ein gesun­der Lebens­stil ist daher äußerst emp­feh­lens­wert. Dazu gehört:

  • Gesun­de Ernäh­rung
  • Bewe­gung (sie­he #3)
  • Nicht rau­chen
  • Kein oder nur wenig Alko­hol
  • Aus­rei­chend und erhol­sam schla­fen
  • Aus­rei­chend Was­ser trin­ken

#3 – Den Rücken scho­nen – Sport trei­ben

Der Rücken wird in der Pfle­ge mit am meis­ten bean­sprucht. Daher ist es wich­tig, ihn so gut es geht zu scho­nen. Ach­ten Sie daher auf ein gesun­des Heben: Span­nen Sie beim Heben die Rücken- und Bauch­mus­keln an, heben Sie aus der Hocke und nut­zen Sie die Kraft aus den Bei­nen. Füh­ren Sie ihre Bewe­gun­gen kon­trol­liert und lang­sam aus. Pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­so­nen soll­ten zudem nur unter Mit­hil­fe geho­ben wer­den. Auch beim Pfle­ge­bett kann man die Ein­stel­lung so tref­fen, dass der dort lie­gen­de Bewoh­ner von auf­recht ste­hen­den Pfle­ge­kräf­ten ver­sorgt wer­den kann. Man kann sich eben­falls auch bei der Arbeit etwas zurück­neh­men. Las­sen Sie die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen ver­su­chen, in ihren Mög­lich­kei­ten lie­gen­de Din­ge selbst zu erle­di­gen und grei­fen Sie ihnen dabei unter die Arme.

Unter­stüt­zen Sie zudem die Rücken­mus­ku­la­tur durch aus­rei­chend Bewe­gung. Spa­zier­gän­ge, Lau­fen und Yoga kön­nen dabei hel­fen, vor allem aber geziel­tes Rücken­trai­ning und Gym­nas­tik.

#4 – Auf die Sym­pto­me ach­ten

Unter­schät­zen Sie die Anzei­chen einer Über­las­tung nicht, son­dern neh­men Sie die­se ernst. Ach­ten sie dabei auf z.B. fol­gen­de Sym­pto­me:

  • Mus­ku­lä­re Ver­span­nun­gen, Nacken- und Rücken­schmer­zen
  • Unru­he, Herz­ra­sen, Aggre­si­vi­tät und Gereizt­heit
  • Schlaf­stö­run­gen, Kopf­weh und Müdig­keit
  • Trau­rig­keit, Depres­sio­nen und Angst­zu­stän­de

Las­sen Sie sich regel­mä­ßig ärzt­lich unter­su­chen.

#5 – Ünter­stüt­zung in Anspruch neh­men

Hier­bei kann eine kos­ten­lo­se Pfle­ge­be­ra­tung Sinn machen. Sie bie­tet Hil­fe in Form von Bera­tung bezüg­lich Hilfs­mit­teln und Ein­rich­tung, sowie psy­chi­sche Unter­stüt­zung und Ent­las­tungs­an­ge­bo­te. Tau­schen Sie sich auch mit ande­ren Pfle­ge­kräf­ten aus und unter­hal­ten Sie sich über mög­li­che Pro­ble­me und Lösungs­stra­te­gi­en.